Vertrag mit Google

  • Hallo Hanabi ,


    sag mal, ist es noch immer aktuell, dass für Analytics ein Vertrag mit Google geschlossen werden muss?
    Gilt das nur für Analytics?

    Lieben Dank für die Mühen

  • Hallo Andre G. ,


    ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist im Prinzip in allen Fällen erforderlich, in denen personenbezogene Daten durch Dritte verarbeitet werden. Dies trifft für alle Analysedienste zu. Neben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung, die ein einheitliches Datenschutzrecht in den Ländern der EU schaffen soll, gibt es einmal wieder einen deutschen Sonderweg. Dieser nennt sich "Konferenz der unabhängigen Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder" kurz DSK. Diese haben sich im April 2018 mit einem Positionspapier unter anderem auch zum Thema Tracking geäußert. Für uns (als Diensteanbieter für Telemedien) relevant ist hier zunächst die Ziffer 6 des Positionspapiers:


    6. Als Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch
    Diensteanbieter von Telemedien kommt folglich nur Artikel 6 Absatz 1, insbesondere
    Buchstaben a), b) und f) DSGVO in Betracht. Darüber hinaus sind die allgemeinen
    Grundsätze aus Artikel 5 Absatz 1 DSGVO, sowie die besonderen Vorgaben z. B.
    aus Artikel 25 Absatz 2 DSGVO einzuhalten.

    damit beschränkt sich die Berechtigung auf:

    1. Einwilligung
    2. notwendig zur Vertragserfüllung
    3. berechtigtes Interesse

    nachdem Ziffer 2 gar nicht begründbar ist und für Ziffer 3 schon eine ausführliche Begründung (mit Abwägung) erforderlich sein sollte, bleibt nur der Weg der Einwilligung.


    Diesen Weg konnten wir bisher mittels ga_optout, aktiv im Cookie-Hinweis platziert, noch realisieren.


    Unmöglich wird dies jedoch mit Ziffer 9 des Positionspapiers:

    Die bisherige Praxis war das deutliche Angebot eines Opt-Out, das Positionspapier sieht jedoch ausschließlich ein Opt-In als regelkonformen Weg nach DSGVO. Technisch ist dies jedoch weder mit Bordmitteln von Zeta noch mit dem Tracking-Code von Google-Analytics möglich. Der GA-Code wird direkt im Header platziert und somit werden bereits beim Betreten der Seite werden pb. Daten erfasst und verarbeitet, das heißt, das Tracking erfolgt, bevor überhaupt eine Einwilligung eingeholt werden konnte.


    Es gibt jedoch von GA keine Codealternativen, die sich "nachträglich" einschalten lassen. Bis zu einer technischen Lösung für ein "Opt-In" bei Google-Analytics (für Webseiten mit Sitz in Deutschland oder an deutsche Zielgruppen gerichtet) ein Tracking aus meiner Sicht ausgeschlossen.

  • Hallo Hanabi ,


    vielen Dank für die Information.


    Leider sind die Google-Dienste viel zu einflussreich um sie völlig außer Acht zu lassen.

  • Hallo Unknown ,


    den Ausführungen von Hanabi ist nichts hinzuzufügen.


    Eine "Einwilligung" ist die vorhergehende Erlaubnis, sonst wäre es im juristischen Sprachgebrauch eine "Genehmigung". Eine zeitlich nachlaufende Zustimmung könnte allenfalls dann genügen, wenn im Ablauf gesichert ist, dass die Abfrage sofort nachfolgt und dass bei Nicht-Zustimmung alle bereits gespeicherten Daten wieder gelöscht werden. Die Speicherung wäre dann nur (programm-)technisch bedingt und vorübergehend/Kurzfristig. Es müsste gesichert sein, dass zwischen Speicherung und Löschung keinerlei Nutzung stattfindet. Eine entsprechende Garantie-Erklärung müsste die verantwortliche Stelle abgegeben haben. Dann bestünde mE die Chance, dass die Aufsichtsbehörden das akzeptieren.

  • DAD ,


    Danke für deinen Zusatz.
    Ich glaube, wenn ich mein Projekt i-wann mal fertig bekommen würde und bevor ich ein Gewerbe anmelde ziehe ich lieber einen Fachanwalt für das I-Recht zu rate. ist glaube ich das Beste.
    Selbst die Rechtsportale im Internet haben teilweise unterschiedliche Darstellungen der Rechtsformen. Kaum zu glauben dieses Theater.

    20 Seiten DSGVO, 20 verschiedene Meinungen und 1000 Möglichkeiten diese zu verletzen. Unglaublich!