Datenschutz im Verein

  • An die Webmaster von Vereinsseiten,

    auch wir als Vereine unterliegen den Bestimmungen des BDSG und der EU-DSGVO. Für unseren Verein habe ich auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen diverse Regelungen zum Datenschutz formuliert, die sicherlich auch für andere Vereine interessant sind. Leider fand sich im Umfeld unseres Vereins kein Rechtsanwalt, der sich das Gesamtkonzept mal kostenfrei näher anschauen wollte. Ich möchte daher auf diesem Wege diese Dokumente zur Kommentierung und Diskussion zur Verfügung stellen. Im Falle einer beabsichtigten Weiterverwendung beachtet bitte die jeweiligen Quellenangaben und den Grundsatz "alles selbstgemacht, keine Haftung"

    - Datenschutzerklärung für den Internetauftritt

    - Verfahrensverzeichnis für Jedermann

    - Datenschutzordnung des Vereins

    - Erklärung zu Fotorechten

    - Recht auf Vergessen

    Ich würde mich insbesondere freuen, zu diesem Thread sowohl Rückmeldungen von anderen Vereins-Webmastern als auch von eventuell im Forum aktiven Rechtsanwälten zu erhalten (Der Datenschutz in mir erlaubt gerade keine Nennung der hierzu verfügbaren Forumsteilnehmer).

    Da das ganze Thema sehr "rechtslastig" ist, gibt es hierzu zunächst keinen Beitrag auf dem Zeta-Blog.

  • Liebe Mitglieder des Forums,

    ich bin jetzt schon mal etwas enttäuscht, das dieses Thema zwar schon 70 Zugriffe hat, aber sich selbst nach über einem Monat niemand an der Diskussion beteiligt. Ich hatte dieses Thema ausdrücklich als Diskussionsgrundlage eingestellt, weil nach meiner Überzeugung wir alle immer wieder Berührungspunkte mit dem Datenschutz haben und uns dort gegenseitig mit Wissen und Erfahrungen unterstützen sollten.

  • Hallo Hanabi,

    das mit der Entäuschung kann ich nachvollziehen, Rechtsdinge sind aber vermutlich für alle nicht nur ein Buch mit 2 - 7 Siegeln sondern vor allem ätzend.

    Selbst wenn man drei Anwälte drüber schauen ließe, kämen dabei sicher 5 Meinungen heraus und keine wäre "gerichtsfest". Sie kennen sicher den Spruch mit der hohen See...

    Ihren Einsatz finde ich vorbildlich, ich selbst habe auch eine Seite eines bundesweit tätigen Vereins unter der Fuchtel - wir haben diese Themen nur oberflächlich angekratzt, bis jetzt ist nichts passiert.

    Aber ganz absichern kann man sich nicht, hätte man es heute sicher, wird morgen ein Gesetz geändert oder auch nur die Rechtsprechungsgewohnheit (der "Ermessensspielraum") und schon hat man`s wieder nicht korrekt für diese oder jene Nase.

    Vereinsarbeit ist häufig Ehrenamt - manche Ehre wird erst posthum sichtbar, also dann wenn man persönlich nichts mehr davon hat.

    Aber Vereinsarbeit ohne Ehrenamtliche wäre nicht möglich.

    Deutschland braucht Vereine, die Welt braucht Vereine. Also: danke für Ihre Arbeit und Hut ab für Ihre Umsetzung!

    Viele Grüße!

    Doc George

  • Hallo Doc George ,

    Danke für die lieben Worte. Wie Sie richtig beschrieben haben, ist "Rechts-Deutsch" ätzend. Mir geht es auch nicht primär um das Risiko einer Abmahnung, da ist wohl keiner gegen gefeit, sondern um einen Handlungsleitfaden, wie man so ein Thema im Verein umsetzen kann, damit es nicht nur für Juristen, sondern auch das einfache Mitglied verständlich wird und Vorstand sowie Organisationshelfer praktisch damit arbeiten können.

    Datenschutz bedeutet ja "Daten schützen", da kommt es weniger darauf an, dem Vereinsmitglied oder Besucher der Seite alle Datenschutzgesetze vorzulegen, sondern vielmehr Gewissheit zu geben, dass die Daten, die von Mitgliedern oder Besuchern an uns übermittelt werden, auch tatsächlich sicher sind. Tücken liegen dort manchmal im Detail, so bieten beispielsweise CDN-Dienste wie Cloudflare einen verbesserten Schutz vor Online-Attacken, die Daten werden dann aber auf Servern auch außerhalb Europas gespeichert, was dann wiederum nicht den Datenschutzbestimmungen entspricht. Der deutsche Webhoster, bei dem wir unsere Vereinsverwaltung zu liegen haben (mit Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung), nutzt als Tool zur Überprüfung der Sicherheit der Seite das Tool "SiteLock", welches aber nach unserem Log-Protokoll über eine IP-Adresse in Chicago ausgeführt wird.

    In diesem Sinne nochmals Danke für den Kommentar.

  • Nachtrag: Aufgrund der Häufung von Angriffen auf unsere Seite werden ausgewählte Angriffsversuche nunmehr unter https://www.hanabi-pirna.de/abwehrbericht.html protokolliert.

  • Hallo Thomas,

    zunächst einmal herzlichen Dank für Deine Arbeit!

    In rechtlichen Fragen bin ich leider nicht besonders ausgebildet, allerdings interessiert mich die Thematik schon sehr. Du weist aber auch darauf hin, dass es Dir nicht um das Thema Abmahnungen geht sondern eben und den Schutz der Daten.

    Gerade in diesem Zusammenhang nutze ich auch ungern Drittdienste auf den von mir erstellten Auftrags-Websites. Als Beispiel möchte ich aufführen, dass es leider ja noch keine Foren-Funktionalität beim ZP gibt und auch keine integrierte Möglichkeit, Kommentare zu ermöglichen, die sich auf einen jeweiligen Artikel einer Website beziehen.

    Hier wurde häufiger auf die Möglichkeit hingewiesen, den Dienst "Disqus" zu nutzen.

    Bei Disqus handelt es sich um einen externen Dienst, wodurch zusätzliche Verbindungen zu den Disqus-Servern aufgebaut werden, um die entsprechenden Daten nachzuladen. Das wirkt sich negativ auf die Seitenladezeit aus. Diese sind mitunter sehr träge und auf Mobilgeräten kommt es bei langsamen Verbindungen nicht selten zu Time-Outs. Bevor die Seite dann nicht aktualisiert wird, werden keine Kommentare angezeigt.

    Auf die datenschutzrechtlichen Bedenken möchte ich hier nicht im Detail eingehen. Sie machen mir jedoch Bauchschmerzen.

    Was denkst Du/Ihr darüber?

  • Hallo Jörg,

    da hat Katrin Roenicke vor ein paar Jahren einen interessanten Blogbeitrag geschrieben, zu dem nur wenig hinzuzufügen ist.

    Mit den Seitenladezeiten verhält es sich genauso wie von Dir beschrieben, nachladen von extern bringt immer Verzögerung. Unsere Startseite mit lediglich dem von Paypal extern nachgeladenen Spendenbutton kommt bei Google PageSpeed im Desktop-Modus auf 87/100 Punkten, unsere Hochwasserseite, die 10 Pegelstände und RSS-Feeds vom Server des Landesumweltamtes nachlädt, verreckt mit 61/100 Punkten.

    Ein internationaler Seitenbetreiber mit Geschäftssprache Englisch könnte ja zumindest davon ausgehen, dass seine Besucher der englischen Sprache ausreichend mächtig sind, um die Privacy Policy zu verstehen, aber einem Besucher unserer Seite möchte ich dies nicht zumuten.

    Bei Kommentarfunktionen sehe ich weiterhin das Problem, dass der Webseitenbetreiber, auf dessen Seite der Kommentar erscheint, dafür verantwortlich ist, dass dieser nicht diskriminierend / herabwürdigend / ... / ... ist, er also eine Beschwerdestelle führen und das Forum moderieren muss. Du bekommst ja mit, selbst in diesem Forum von den Moderatoren ab und zu eingegriffen wird. Mit dem geplanten NetzDG (Link verweist auf einen Kommentar der Friedrich-Naumann-Stiftung) dürfte es dann noch stressiger werden.

  • Guten Abend Thomas,

    was die rechtlichen Aspekte angeht, ist das auch meiner Ansicht nach zutreffend und wird leider immer schwieriger in Bezug auf die Haftung für derartige Einträge/Kommentare.

    Was z.B. eine Kommentar-Funktion angeht (eben nur ein Beispiel einer bislang fehlenden Funktion beim ZP) wird die Haftung bei einer integrierten Funktion dieselbige sein wie beim Einsatz eine extern eingebundenen Variante (bspw. "Disqus") - aber eben mit dem Unterschied, dass hier keine zusätzlichen Ladezeiten-Probleme entstehen würden.

    Vermisse nach wie vor auch die Blog-Funktion, die für weit mehr meiner Kunden interessant wäre (in Sachen Marketing). Auch hier mag ich persönlich, aber auch meine Kunden nicht auf eine externe Anwendung zurückgreifen.

    Letztendlich geht es mir darum, hier möglichst auf keine Drittanwendungen angewiesen zu sein.

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